Heute startet mein Blog rund um das Thema "Die Evolution Gottes"

Ich bin gespannt auf Eure Resonanz und freue mich auf tolle Beiträge.

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Kommentare: 30
  • #1

    W. Hoebelt (Dienstag, 24 Januar 2017 00:00)

    Hallo Herr Herrmann,
    freundliche Geburtstagsgrüsse zum Jahrestag Ihres Buches "Die Evolution Gottes.".
    Ich hab mir die 'EVO' bei Amazon geholt und dabei noch andere Schriften von Ihnen kennengelernt. Ich finde sie alle interessant und besonders noch die "Neun Weltwunder", die einem zeigen, dass es Ihnen nicht vornehmlich um Religiöses geht, sondern um das Finden von Erklaerung der Wunder unserer Welt. Diese Wunder, die wir in den Universen des Makrokosmos, in unserer Erd-Lebewelt (Mesakosmos) und im Mikrokosmos, wo sich Atome zu Elementen zusammensetzen, bestaunen, diese Wunder haben Sie in einer großartigen Theorie - der Kern-Fraktal-Theorie - miteinander zu einem Ganzen verbunden.
    Wir haben damit ein Abbild davon, was uns Menschen umgibt, einbezieht und sogar hervorbringt. Und das finde ich als das Wunderbarste Ihrer Theorie. Sie bietet uns eine Lebens-Erklärung und Orientierung wie es sonst einfache Landkarten von z.B. Deutschland tun. Der aufgezeichnete Blick von oben über das ganze Land erlaubt Antworten auf unzählige praktische Land-Fragen. 'Wo bin ich? Wo war ich mal? Wohin will ich gehen? Was ist dabei wichtig? Werde ich alle die ständigen Veränderungen vertragen, mich anpassen können und meine Erfahrungen weitergeben können?'
    Es stimmt ja, jede der Antworten darauf ist zunächst eine noch unsichere Empfehlung. Aber jede dieser Empfehlungs-Thesen beruht auf dem Überblick, den die Theorie / der Zusammenhangsblick über das Ganze bieten kann.
    Damit kann man doch etwas anfangen. Das sollte doch ganz nützlich sein für unser Leben.
    Und deshalb, Herr Herrmann, erstmal Danke für Ihre Schriften. Ich würde gerne noch mehr Fragen dazu stellen wollen. Können wir hier darüber schreiben?
    Grüße W. Hoebelt

  • #2

    Reinhard Herrmann (Dienstag, 24 Januar 2017 00:15)

    Hallo Herr Hoebelt, herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Natürlich können wir hier gemeinsam diskutieren. Bitte fragen Sie!

  • #3

    Willi Schumacher (Dienstag, 24 Januar 2017 20:55)

    „Ist Gott eine Person oder nicht? Ich habe von einem bekannten Dogmatiker der katholischen Kirche gelesen, dass Gott und Christus niemals Personen sind. Jesus sei zwar eine Person (gewesen). Der Dogmatiker verweist auch auf Texte in der Bibel. Mit einer Person kann ich von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Ich weiss, dass behauptet wird, Gott und Christus seien Personen. Ja, man sperrt den guten Gott sogar in einen vergoldeten Käfig ein. Ich habe im Buch von Reinhard Herrmann „Die Evolution Gottes“ und auch in seinem Werk „Neun Weltwunder...“ Aussagen entdeckt, die sehr lesenswert sind. Da lese ich beispielsweise, dass Gott sei kein Wesen sei. Das ist einleuchtend, wenn er nicht Person ist. Ich habe in den Bibeln der katholischen und reformierten Kirche (Luther-Bibel) Stellen gefunden, die das, was R. Herrmann erklärt, bestätigen. Nicht einmal Moses konnte Gott sehen, und der Name „Gott“ wird nicht ausgesprochen, sondern Moses hört als Antwort: „Ich bin euer - Ich bin dein“. Eine falsche Übersetzung lautet „ich bin, der ich bin“. Ich habe mich entschieden, R. Herrmann nochmals zu lesen, auch Bibeln mit wahrer Übersetzung. Ich möchte wissen, wen/was ich meine, wenn ich von Gott, Jahwe oder Geist spreche.“ /dr. willi schumacher

  • #4

    W. Hoebelt (Dienstag, 24 Januar 2017 21:35)

    Hallo Herr Schuhmacher,
    dass wir in Gott eine Person sehen, liegt wohl daran, dass wir nur sprechen mit Personen gelernt haben. Dass Gott eine menschenartige Person sei, ist sicher nicht die allgemeine Vorstellung. Gott ist eine übergreifende Kraft, mit der wir reden z.B durch beten. So können wir kommunizieren mit einer Kraft, die wir auch Natur nennen können. Ist doch hilfreich, weil es uns ein Denken mit etwas erlaubt, dass wir nicht anders erfassen können. Ausserdem gibt es uns einen Halt, an dem wir unsere Regeln und Werte festmachen können. Siehe Bibel, Koran, IS u.a.
    Denken Sie nicht auch so?
    Wh.

  • #5

    Willi, auf facebook guy (französisch für Willi) (Dienstag, 24 Januar 2017 23:35)

    Lieber Wh. Danke für das Feedback. Zum ersten Satz: Der Mensch fühlt, spürt, hört von Anfang an. Sehen und Sprechen lernt er allmählich. Der junge Mensch sieht vermutlich zuerst seine Mutter. Geprägt ist sein Hirn teilweise schon bei der Geburt. Ich bin von Haus aus Etymologe und deshalb oft mit Wörtern, Ausdrücken und Begriffen konfrontiert, die ich nicht unmittelbar in ihrer Substanz erfassen kann. Ich bitte Sie um etwas Geduld. Zur Person: Es ist oder sind vornehmlich kirchliche Kreise, die den Menschen zu dieser Vorstellung verleitet haben. Ich verweise auf die Dreieinigkeit/Dreifaltigkeit, die sehr klar Gott Vater, Sohn und heiligen Geist beinhaltet. Damit kann ich mich nicht anfreunden. Zu Gott als Kraft: Gott als Wort ist typisch germanisch und kirchlich geprägt. Gutes Beispiel ist das Hildebrandslied (ca. 9. Jh. n. Chr.). Dort spricht Hadubrant voller Verzweiflung in wunderschönem Stabreim: welaga nu waltant got wêwurt skihit. Das Wort „Gott“ wird in der Koïné mit pneuma (griechisch = Atem) angegeben. Hinweis: Die Koïné ist die Vorlage für die meisten Bibelübersetzungen. Das hebräische Wort rûaḥ (רוּחַ) wird mit Geist‘ übersetzt. Die Grundbedeutung von rûaḥ ist "Wind", "Atem", "Luft". Gott haben wir eine Kraft zugeordnet. Das ist er/es jedoch nie. Wir nehmen dies an, er sei es. Bei den Hinduisten ist puruhuta der viel Angerufene. Dies entspricht ungefähr unserem Beten. Das Wort "huta" entspricht etymologisch wegen der Lautverschiebung dem Wort "Gott" wie aus pitar fater/Vater entstanden ist. Gott als Kraft: kann nicht sein. Dann wäre Gott ein Wesen oder tatsächlich eine Person. Wenn ich zu Gott bäte, würde ich annehmen, dass er irgendwo im Weltall, weit weg von mir sei und mir zuhöre. Dem ist nicht so. Dieser "Atem, Luft, Energie usw." ist in und um uns und wir wissen es nicht. Das steht übrigens auch in den übersetzten Bibeln (Luther, katholische Bibel). Sie möchten wissen, wie ich "bete"? Ja, ich bete, bete nichts an, bin ohne Worte, still und konzentriert, ca. 1-2 Stunden täglich und in mir bewusst seiend den ganzen Tag. Das ist biblisch. Siehe Evangelist Matthäus, Kapitel 6, Vers 6. Den Kirchen müsste man erklären, was der Evangelist damit meint.

    Lieber Wh, es ist etwas viel geworden. Ich hatte übrigens vor, darüber mehrere Blogs zu schreiben. "Kommt Zeit, kommt Rat". Herzliche Grüsse /Willi

  • #6

    W. Hoebelt (Donnerstag, 26 Januar 2017 15:34)

    Lieber Willi,
    ich nennt Dich so, weil Du so Deine letzte Mail unterschrieben hast. Sag Du auch zu mir Wolfgang, 'lieber' muss nicht sein. Dann sind wir unsere Schreibformalien los.

    DU hast Dein Arbeitsfach sehr gut vorgestellt. Ich bewundere die etymologische Analysearbeit. Es ist ein Gewinn, der Entstehung und historischen Gestaltung einer Wortbedeutung nach zu forschen. Dadurch wird offenbar, welche Bedeutungen sich in einen Ausdruck eingewebt haben. Also volle Anerkennung Deiner etymologischen Betrachtung.
    Ich finde es auch gut, zunächst die Methode zu betrachten, mit der wir die Kern- Fraktal-Theorie in ihren Begriffen näher betrachten wollen.
    Der Begriff GOTT ist wirklich nicht “unmittelbar” in seiner seiner Substanz zu erfassen.
    Aber wollen wir uns von Beginn an auf die Einengung unseres Denkens durch die Anforderung von Denkhalt in Definitionen von “Substanzen” einlassen. Ist es nicht zweckmäßiger, bei dem Versuch `Unfassbares` zu ergreifen, eine spirituelle / geistige Offenheit anzunehmen, aus deren Formfindung schließlich eine neu definierbare Theorie erstehen kann?
    Gott sei eine `Kraft`, das ist für mich zunächst nichts anderes als eine Wirkungskraft, der wir alle und alles was uns umgibt zugeordnet sind. Dieser Zuordnung widersprichst Du mit Bezug auf die etymologische Bedeutung des Wortes mehrfach.
    “Das ist er/es jedoch nie.” “Gott als Kraft kann nicht sein. Dann wäre Gott ein Wesen oder tatsächlich eine Person.”
    Da gefällt mir viel mehr Deine Beschreibung, was Du annehmen würdest, wenn Du “zu Gott bäte”st: Ja, etwas Unfassbares ist dann irgendwo im Weltall weit weg und hört Dir zu. Eine Phantasie, in der sich ausdrückt, warum wir zu Gott sprechen wollen und was wir von diesem `Ding` erwarten.
    Deine Art zu beten hast Du auch beschrieben. Sie ist "Deine" Art und “biblisch” nachvollziehbar.
    Wh

  • #7

    Reinhard Herrmann (Donnerstag, 26 Januar 2017 16:50)

    Hallo Wolfgang, Hallo Willi,
    Danke an Euch für die hochinteressanten Beiträge. Man spürt sofort, da sind zwei Menschen, die das Thema seit vielen Jahren in seiner Tiefe ausloten.

    Kurz dazu ein paar Anmerkungen von mir. Menschen tauschen sich mittels Sprache aus. Insofern benötigen wir Begriffe und Namen, um miteinander zu kommunizieren. Das hat seinen Sinn. So hat auch Gott seinen Namen bekommen.

    Alle Religionen haben gemeinsam, dass Gott (oder wie er in den unterschiedlichen Kulturkreisen auch immer benannt wird) ein höheres Wesen ist, also höheres Bewusstsein hat, als ein Mensch. Daraus resultiert meines Erachtens die Vorstellung, Gott sei vergleichbar mit einem Menschen. Man kann mit ihm sprechen, ihn anbeten, sich in seine Obhut begeben. Es ist plausibler und emotional erklärbarer, als die Kommunikation mit einem Stern. Also ER-gibt sich automatisch das Bild von Gott als Wesen, als Person, als Vater. Insofern sehe ich diese Entwicklung als vollkommen menschlich und nachvollziehbar. Allerdings unterliegt der Status-Quo Mensch - Gott keiner Weiterentwicklung und zehrt sich irgendwann selbst auf (siehe Erde aktuell). Wir sind hier und Gott da drüben. Unantastbar.

    Für mich ist Gott reiner Geist. Ich brauche keinen Körper, den ich anbeten kann. Dieser Geist herrscht in jedem Atom des Universums, ist in jeder Schwingung enthalten. An dem Tag, wo ich erkannte, dass Gott selbst nicht vollkommen ist und uns braucht, damit er sich weiterentwicklen kann, bin ich aufgestanden und habe meinen Geist in Augenhöhe mit seinem gestellt, so wie sich mein Geist in Augenhöhe mit Tier, Pflanze und Atom befindet. Es gibt kein oben und unten. Natürlich existieren Hierarchien, damit Schöpfung wirken kann. Aber niemals ist im göttlichen Maßstab ein Wasserstoffatom weniger wert, als ein Mensch.

    Bitt Eure Meinung dazu.
    RH

  • #8

    W. Hoebelt (Freitag, 27 Januar 2017 15:59)

    Hallo Reinhard.
    Mit Gott zu sprechen suchen, bedeutet für mich, mit dem Ganzen, zu dem ich gehöre, eine bewusste Verbindung herzustellen. Deshalb gefällt mir Willis Beschreibung, wie er sein Beten darstellt. Es ist kein wirklich Reden, sondern ein Still-sein, ein sich in dieser Welt Da-sein-fühlen.
    Die übliche Abgrenzung des eigenen Ich von der Umgebung mit Hilfe der eigenen Haut spüren und schließlich aufzulösen, das ist ein emotionales Erlebnis. Erleben wir das nicht besonders in der Vereinigung mit unseren Lieben?
    Das Denken zu der Evolution Gottes meint etwas, das weit über persönliche Beziehungen, Entwicklung von sozialen Gruppen, Ursache - Folge - Verbindungen und andere Sachverhalte hinaus geht. Gott ist eine Bezeichnung des Ganzen, in welchem sich unser Dasein mit abspielt. Und zu diesem Ganzen einen bewußten Kontakt zu bekommen - ich weiß, eigentlich ist er ja voll da - das steckt in dem Beten. Es ist halt ein menschlich naiver Anfangsversuch, unseren Quellen, Inhalten und Wegen auf die Spur zu kommen.
    In der Kern-Fraktal-Theorie scheinen wir da weiter zu kommen. Sie mal zusammen- geführt zu haben, dafür Dank an Dich, Reinhard. Aber alle die damit verbundenen Thesen haben noch viele Fragen verdient, und wenn Du die hier zu beantworten beabsichtigst, dann wird es noch viel Mail-Austausch geben.
    wH

  • #9

    W.Hoebelt (Freitag, 27 Januar 2017 16:58)

    Hallo Reinhard.
    Ich will meine 1. Frage formulieren und hoffe auf Deine freundliche Antwort:
    Kannst Du akzeptieren, daß die Kern-Fraktal-Theorie wie eine wissenschaftliche Theorie behandelt und bearbeitet wird?
    Du sprichst ja von einer spirituellen / geistigen Information, die uns Überblick über das Sein und seine Gegebenheiten vermitteln kann. Deine Anlehnung an die religiösen Inhalte, die z.B. mit dem Begriff „Gott“ verbunden sind machen mich aber unsicher, Dein Heiligtum und Deinen Glauben zu verletzten. Das will ich nicht tun. Mir geht es mehr darum, daß wir den Weg der Wissenschaften weiter gehen. Dazu muss nicht gehören, sich von Beginn an auf Begriff, Logik, Beweis und theoretische Abbildung der Realität beschränken zu lassen.
    Es gibt aber Konzepte, die sich von Beginn an auf Gläubigkeit oder Einbildung und deren Übernahme konzentrieren. „Imaginäres“ sammelt lt. Wikipedia Vorstellungen von Zusammenhängen in Bildern ein. Symbolisch repräsentieren sie dann z.B. das „SEIN“, die „WELT“ und ganze „UNIVERSEN“. Deine „INFORMATIONEN“ enthalten die Offenheit für Vorstellungen, die zunächst noch gar nicht mit Fakten belegt sind. Dagegen ist prinzipiell zu Beginn einer Theorie-Bildung gar nichts zu sagen. Nur wer das zu Glaubende in Frage stellt, der zerstört etwas Geschaffenes.
    Wie ist das also hier? Akzeptierst Du den Status einer wissenschaftlichen Theorie-Bildung?
    wH

  • #10

    Reinhard Herrmann (Freitag, 27 Januar 2017 17:15)

    Hallo Wolfgang,
    meine Antwort ist ein klares Ja. Ich möchte eine neue wissenschaftliche Theorie anregen und Menschen interessieren, sich hier einzubringen. Insofern sehe ich das Werk "Die Evolution Gottes" als eine Art Enzyklopädie. Daraus lassen sich - Du hast vollkommen recht - ungezählte Faktoren ableiten, die in unserem Leben eine Rolle spielen und mit denen jermann etwas anfangen kann. Unsere gemeinsame Diskussion darüber sollte daher viel Neues ans Licht befördern.

    Zu Gott: Das Bewusstsein, aus dem wir stammen, hat natürlich keinen Namen, aber der "Begriff" ist allgegenwärtig und jeder Mensch weiss sofort, worum es dabei geht. Es ist schon schwer genug, den Begiff Kern-Fraktal zu etablieren.
    RH

  • #11

    W.Hoebelt (Samstag, 28 Januar 2017 09:21)

    Hallo Reinhard.
    Der Begriff “Kern-Fraktal” ist die zentrale Bezeichnung in der K-F-Theorie. Nach dem, was ich im Internet und bei Dir darüber gelesen habe, komme ich auf folgende erste Beschreibung des Inhalts dieses Begriffs:
    Der “Kern” meint den Quellpunkt eines Produktionsgeschehens. Aus ihm tritt all das aus, was sich später als Schöpfung oder Bewusstseinsprodukt bezeichnen lässt. Veranschaulichen lässt sich das Ganze in einem feurigen Gebrodel bis kühlem Informationsgewirbel ( ? ) dessen Inhalt zum Fraktalen drängt.
    Und “Fraktal” ist die begriffliche Bezeichnung für die Grundform des Baustoffs, der aus dem Kern hervorgeht. In diesem Baustoff sind bereits Eigenschaften vereint: die Teilchen, aus denen sich die unzählig möglichen Fraktalprodukte zusammensetzen, sind alle gleich und nicht mehr teilbar. Sie vereinen Informationszusammenhänge mit Energieschwingungen in einem Bewusstseins-Muster, das sich selbst immer weiter differenzieren und ausbereiten kann. Damit bleibt es für immer dem Kern-Fraktal verbunden.

    Reinhard, kann man diese Darstellung als eine Art ersten Verstehenszugriff akzeptieren?
    Wh

  • #12

    Reinhard Herrmann (Samstag, 28 Januar 2017 14:14)

    Hallo Wolfgang,
    "Der “Kern” meint den Quellpunkt eines Produktionsgeschehens. Aus ihm tritt all das aus, was sich später als Schöpfung oder Bewusstseinsprodukt bezeichnen lässt." So hast Du es formuliert und genauso ist es. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Bewusstseinsprodukt ein Atom, eine Zelle, Pflanze, Mensch, Stern oder ein ganzes Universum ist. Letztendlich ist Gott (bleiben wir mal bei diesem Namen) nicht anders beschaffen. Insofern erklärt die K-F-Theorie Mikro-, Meso-, Makrokosmos und Gott selbst.

    Fraktal ist Teil eines Ganzen mit ähnlichen Eigenschaften. Es existiert in der Nullten Dimension, aus der die Schöpfung in geometrischer Dreidimensionalität designt wird.

    Ich möchte "Kern" und "Fraktal" nicht trennen. Der Begriff "Kern-Fraktal" beschreibt die Individualität (Atom, Zelle, Pflanze, Mensch, Stern, Universum), die im Grunde aus EINEM (Gott) entspringt, also das Prinzip der Schöpfung.

    Ursprung für Materie und Bewusstsein sind positive und negative Ladungspotentiale im Raum. Einfacher gehts nicht. Sie werden erst zu Ladungen (plus und minus), wenn sie in Schwingung versetzt werden. Das geschieht aus dem Kern-Fraktal in der Nullten Dimension heraus. Die Intelligenz dahinter sind Informationswirbel, in deren Entsprechung sich im Aussen das Schwingungsgebilde formiert (Atom, Zelle, Pflanze, Mensch, Stern, Universum).

    Alle Kern-Fraktale sind energetisch untrennbar miteinander verbunden und alle energetischen Schnüre laufen innerhalb der Nullten Dimension im Ur-Kern zusammen = Gott.
    RH

  • #13

    Willi (Sonntag, 29 Januar 2017 22:48)

    Meine lieben Reinhard und Wolfgang, gegenwärtig habe ich noch etwas Mühe mit meiner Konzentration. Kurz will ich zwei besprochene Aspekte erwähnen: Begriffe und Bedeutung der Werke von Reinhard für die Meditation und mögliche Erweiterungen.
    Zur Frage "Gott": Ich bin damit einverstanden, dass man mit diesem Begriff "arbeitet". Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass Worte und Begriffe eine grosse, wenn nicht unsägliche Wirkung haben, und zwar zu allen Zeiten. Vielleicht zwei Beispiele: Die französische Revolution ist vom "Wort" verursacht worden. Die Philosophie und Literatur waren die "Vorarbeiter". Das Wort „Gott“ hätte ohne kirchlichen Einfluss im frühen Mittelalter oder in der Spätantike nie Boden fassen können. Die Germanen hatten dafür tivar (anord.), Tyr, Tiw.
    Warum erwähne ich dies? Mit dem Wort "Gott" verknüpfen wir, wie es Reinhard erwähnt, unmittelbar ein Bild und einen festen Begriff. Es wird breiten Bevölkerungsschichten schwer fallen, eine neue Identität für "Gott" anzunehmen. Ihr "Gott" ist gefestigt. Ich meine, dass wir diese Frage vertieft klären sollten, wenn wir unsere Kommentare einem weiteren Publikum öffnen möchten, was ich sehr begrüsse.
    Zum zweiten Aspekt: Reinhards Ansatz ist eine gute Voraussetzung für das, was wir als Spirituelles, Meditation, Intuition bezeichnen. Kurzbegründung: Es gibt darin einige Stellen, die auch biblische Texte berühren. Das könnte eine Chance für die Erweiterung darstellen. Wenn Albert Einstein von der zentralen Kraft der Intuition spricht, liegt er nahe der Meditation, die sich deutlich vom Verstandesmässigem abhebt. Das ist neben dem Begrifflichen (Verstand, Vernunft) das Wesentliche (Intuition). Wieder spielt das Wort dabei eine grosse Rolle, auch bei Einstein. Intuition, und damit grenze ich mich von Einsteins Aussage ab. Intuition ist nicht zwingend Eins mit "Geist" . Im Gegenteil, weil Intuition (intus) tiefer wurzelt, und zwar ohne (äussere, fremde) Gedanken.
    Ich grüsse euch herzlich. Willi

  • #14

    Reinhard Herrmann (Montag, 30 Januar 2017 00:36)

    Intuition
    Ich möchte kurz auf "Intuition" aus Willis letztem Beitrag eingehen. Weiter unten auf dieser Seite habe ich seit langer Zeit aus gutem Grund das entsprechende Zitat von Albert Einstein veröffentlicht. Ich möchte ihn erweitern: Das Geschenk der Intuition verhilft uns, die Evolution Gottes - und natürlich auch die unsere - zu verwirklichen. Der Geist spielt eine untergeordnete Rolle, auch wenn das auf den ersten Blick anders scheinen möge. Intuition ist das "Anklopfen der Seele an die Tür des Geistes", wenn Schnittpunkte im Leben erreicht sind und Entscheidungen getroffen werden müssen. Würde das einmal wissenschaftlich untersucht werden können, wäre man überrascht, dass ALLE Entscheidungen auf Intuition basieren, auch wenn Geist der Meinung ist, das hätte er selbst gemacht.
    RH

  • #15

    Will (Montag, 30 Januar 2017 16:02)

    Lieber Reinhard, einverstanden. Meine Aussage zielt auf die Pflicht ab, bei Lesenden und Suchenden den Unterschied von Geist und Geist zu klären. Wenn wir das erreichen, erfüllen wir eine wichtige Arbeit. Ich weiss, dass eine geistige Arbeit nur vordergründig die Arbeit des (unseres) Geistes ist. Wenn ich auf Grund meiner Meditation erfahre, dass alles Geist (EINS) ist, wird mir bewusst, dass dies nicht der Geist ist, dem wir so viel oder alles zutrauen. Es ist die Intuition, auch Inspiration, die Lesenden, Suchenden kaum begreifbar ist. Ich schlage dir vor, Reinhard, dass wir Begriffe (sie zeigen sich immer im Wort) so lange diskutieren, bis wir sie (Begriffe) allen potentiellen Lesenden und Suchenden begreiflich oder sogar erfahrbar machen können. Ich gebe dir Beispiele: Seele, Intuition (was, woher), Geist, Intuitiver Geist (Einstein), Verstand, "rationaler Verstand" (Einstein), Wissen, "Gott" in seiner Evolution (auf dein Buch verweisen), Mensch in dieser Evolution, Erfahrung, evtl. "Bibeln".
    Übrigens meine Erfahrung: Meine Seele ist Yahwe. Dies ist ausser meiner Erfahrung meine Überzeugung. Du sagst "Gott" für Yahwe (="ich bin dein/du", richtig übersetzt).
    Herzliche Grüsse /Willi

  • #16

    Reinhard Herrmann (Montag, 30 Januar 2017 17:02)

    Lieber Willi,
    die Idee ist sehr gut. Ich erstelle einen neuen Blog, in dem wir zunächst bestimmte Begriffe besprechen. Ich hoffe, Wolfgang gefällt diese Idee auch.
    RH

  • #17

    W. Hoebelt (Mittwoch, 01 Februar 2017 08:10)

    Hallo Reinhard und Willi,
    ja, Idee gut.. Neuer Blog mit Diskussionen zu Theorie-Begriffen und Wortbedeutungen.
    Intuition, Inspiraton, Bewusstsein, Seele alles sehr interessant.
    Im Augenblick bin ich ein wenig krankheits-gestört. Deshalb seid geduldig mit mir.
    Grüsse
    Wh.

  • #18

    W. Hoebelt (Sonntag, 05 Februar 2017 15:35)

    Lieber Reinhard,
    (es kann wieder weitergehen:-) ).
    Einen besonderen neuen Blog für unsere Begriffs-Diskussionen habe ich noch nicht gesehen. Deshalb hier meine ersten Gedanken zur Besprechung der Kern-Fraktal-Theorie mit Schwerpunkt: Begriffe, Wörter und deren Bedeutungsentwicklung.
    Ein wichtiger Grund für die Erstellung der Theorie ist Dir ja, endlich einen sinnvoll übergreifenden Zusammenhang für all die Phänomene unseres Lebens und des Dasein um uns herum zu erschaffen.
    Du gehst deshalb von den vielen Fragen, die wir zum "in-der-Welt-Sein" haben, aus und baust zu deren Beantwortung und Erklärung ein Denksystem / eine theoretische Abbildung / eine Begriffsstruktur auf, in deren Zusammenhang gleichsam ein verstehbarer Sinn dafür entsteht, was wir erleben. Deine Theorie bekommt damit eine Art narrative Eigenschaft, die den Gewinn zeigt, dass wir uns mit unserem Verstand und Erzählvermögen bemühen können, uns selbst überzeugende Grundantworten zu finden und sie zum Halt für das Erleben `Mensch-sein` zu verbreiten.
    Wie wenden wir das auf die Kern-Fraktal-Theorie an? Ganz oben in der Blog-Einladung hat Reinhard ja eine Reihe von Begriffen genannt.
    Lieber Willi, wie kann uns da eine etymologische Begriffsanalyse weiter helfen?
    Lassen wir `Gott` als letzten warten und wählen wir den Begriff / das Wort DIMENSIONEN, etwa die Nullte. Wie können wir dem Wort eine neue sprachlich-soziale Bedeutung zuordnen, ohne uns wieder nur in die historische Inhaltsvorgabe einengen zu lassen?
    wH

  • #19

    Willi (Sonntag, 12 Februar 2017 21:44)

    „Noch lag die Schöpfung formlos da, … (Franz Schubert, Deutsche Messe)
    Wenn ich mir vorgenommen habe, den Begriff „Gott“ zu umschreiben, dann weiss ich unmittelbar, dass es mir nicht möglich ist. Ja, es ist eine Anmassung von mir. Wenn ich etwas beschreiben oder definieren will, habe ich von einem Faktum, d.h. von etwas zuvor Erkanntem aus zu gehen. Nun, das trifft in meinem Fall nicht zu.
    Ich bin so vor – gegangen: In allen mir zur Verfügung stehenden „heiligen Schriften“ und Bibeln habe ich nach „Gott“ Ausschau gehalten. Danach habe ich versucht, mit meinem etymologischen „Gewissen“ eine Verknüpfung zu gestalten.
    Die Absicht ist, sich möglichst nahe an eine Beschreibung heran zu bewegen, damit das Ergebnis für eine grosse Anzahl Lesender erfasst und beglaubigt werden könnte.
    Zu einigen ausgewählten Textstellen: Im Johannes-Evangelium ist „Gott“ Geist. Wer folglich Gott anruft, muss sich bewusst sein, dass er/sie einen Weg einzuschlagen hat, der den Geist erreicht. Die Darstellung des Begriffes von „Gott“ ist „Geist“ ist tautologisch. Das heisst, ich sage zweimal dasselbe (nicht das gleiche, sondern dasselbe). „Geist“ und „Gott“ sind identische Aussagen.
    Der Einfachheit halber werden Betende zu Überzeugung gelangen, zu „Gott“ zu beten, den „Geist“ jedoch weg zu lassen.
    Besonders zu beachtende Stellen im Johannes-Evangelium sind 1,1-1,18, mit dem dem Eingang „Im Anfang war das Wort...“ und 3, 1 ff. Gespräch mit Jesus mit Nikodemus: … Wiedergeburt und Reich Gottes, aus dem Geist geboren ist wie der Wind. Diese Stelle sollten alle Menschen mehrmals lesen und danach meditieren (in die Stille gehen).
    Im Testament 1 gibt es viele Stellen, die den Begriff „Gott“ nicht mit Geist verbinden, z. B. Bei Matthäus, Markus, Lukas. In der Offenbarung ist bewusst vom Geist allein die Rede, z. B. Offenbarung 2,17 und 3,14 ff.
    Im Testament 2 (Neues Testament oder Christus-Testament) finden wir Attribute zu Gott. Das ist unzulässig und unmöglich. „Gott“ erträgt kein Attribut, z. B. gütiger, grosser, transzendent, jenseits usw. „Gott“ ist nicht greifbar, nicht konkret oder sichtbar, hörbar, erkennbar. Vielleicht erfahrbar, spürbar, wenn ich mich unablässig mit ihm verbinde. Ebenso wenig erträgt sich ein Attribut für „Geist“, wie etwa absolut, transzendenter, grosser, reiner u.a. Geist ist bereits absolut (Tautologie!).
    Im Testament 1 (Altes, hebräisch-aramäisches Testament, Testament nach Moses) erfährt man den unermüdlichen Versuch nach einem Ersatzwort, damit man den Namen Gottes (Jahwes) nicht aussprechen muss. In der Praxis wird adonaj, ha shem, Herr. Ich empfehle dazu im Internet unter dem Wort „Jahwe“ und „Gott“ zu lesen.
    Eine neuere Übersetzung für den Namen Gottes (Jahwe) im Testament 1: „Ich bin dein /euer“.

    Die Praxis:Wie sollen wir mit dem Begriff „Gott“ umgehen?
    a. Ich kann den Begriff „Gott“ anwenden, ihm jedoch kein konkretes Attribut (Eigenschaft) zuordnen. Zum Beispiel ihm nicht eine Person verleihen. Gott ist für den Betenden einfach Gott, und er verknüpft mit ihm seine Gedanken in der Stille oder auch bei oder/und der Arbeit. Es ist eine persönliche Ansprache, ein Anrufen.
    b. Eine weitere Möglichkeit ist an die Stelle von Gott nur Geist zu setzen. Dann wenden wir das an, was der Apostel Paulus im Römerbrief 8,26 empfiehlt. Sinngemäss steht dort: „… wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie es sich gebührt, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen (Rauschen).“
    c. Möglich ist auch ein symbolischer Ersatz. Beispiel: Vater, himmlischer Vater.

  • #20

    Willi (Dienstag, 14 Februar 2017)

    "Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken..." (Franz Schubert).
    Meine Lieben, mit diesem Zitat will ich nicht sagen, dass ich es so lebe. Es entspricht mir keineswegs. Schubert braucht in seiner Antwort "Vater".
    Doch vorerst zwei Hinweise: In meinem letzten Beitrag habe ich auf der Zeile 17 fälschlicherweise Testament 1 geschrieben. Es muss 'Testament 2' stehen. Das zweite: Ich stehe seit Jahren in direktem und indirekten Kontakt mit einer Person, die Mystiker/in und ca. 10 Jahre als ich ist. Von ihr weiss ich, dass sie "nur" meditierend in absoluter Stille "betet". Sie verwendet in ihren Gedanken "Vater".
    Nun zum Eigentlichen: Die beiden Bücher von dir, Reinhard, wühlen auf und fordern zur Frage und Antwort auf, was/wer Gott ist. Wir sind bei der Kernfrage. In deiner Beschreibung steht, dass er kein Wesen ist, sondern reines Sein. Ich empfehle „reines“ weg zu lassen. „Sein“ kann nur „Sein“ sein. Statt Sein bietet sich die Kurzform IST an. Gehen wir noch etwas weiter. Im Weltwunder 9 ist fest gehalten, dass wir alle Menschen ins EINS gefügt sind. Damit ist etwas Anspruchsvolles gesagt, dass jedoch überlieferte Vorstellung übersteigt. Ich erwähne nochmals biblische Aussagen. In den ältesten Texten des Testamentes 2 steht für Gott/Geist kurz und klar „Atem“ (griech. Pneuma). An einigen Stellen der 1. und 2. Testamentes finden wir für das, was wir als „Gott“ bezeichnen, „sich Bewegendes“, „Luft“, „Ewiges“, „Ich bin“, „Dasein“. Damit ist eine Beziehung zu dem hergestellt, was du, Reinhard, schreibst. Wenn er IST, bin ICH ebenso. Es gibt folglich nur EIN. ICH ist dann nicht das kleine menschliche oder Ego-Ich oder die Pseudo-Seele. Der Verstand ist nicht in der Lage, das zu ergreifen. Der Verstand sieht in „Gott“ eine Person.
    Wir sind davon aus gegangen, dass wir versuchen, Begriffe zu klären.
    Ich fasse zusammen: Wenn ich das Wort „Gott“ verwende, begreife ich damit etwas Gegenständliches. Das deckt sich mit der Etymologie: Im Gotischen steht für Gott guÞ, indogermanisch gheu für giessen in Opferhandlungen, griech. chein = giessen, auflösen, schmelzen.

    Wir könnten uns einigen und für „Gott“, z. B. Ich; Geist, Geist in mir.

  • #21

    W. Hoebelt (Mittwoch, 15 Februar 2017 23:11)

    Wow, du hast uns da eine hoch differenzierte Beschreibung Deines ( 'Erfassens', nein besser:)Umfassens dessen, was die Bezeichnung 'Gott' Dir sagt, mitgeteilt. Ich kann gar nicht auf  alles eingehen. Aber dein Bezug zu Reinhards "reines Sein" das ruft mich auf. Dass Sein keine einzelnen Eigenschaften hat, das wird Dir auch Reinhard abnehmen. Dass mit dem Sein alles in EINs, ins IST verbunden ist. Dem komme ich auch nach. Aber zur Deutung des Wortinhalts Gott passt das Sein wirk-lich wenig. Gott hat etwas bewegend Wirkendes in sich und setzt sich damit vom Ewigen /Sein ab. ( "Atem" verblüffend! )
    Du kommst dann zu dem, was GOTT mit Geist - etwas sich und alles Bewegendes..... sogar das ewige Sein ?  - verbindet. Und nun folgende ich Deiner Begriffsklärung ganz und gar. Geist verwirklicht sich in allem, sagst Du. Reinhard ja auch. In Steinen, Atomen, in mir, in uns, in allem, was da ist. (Ist alles, was da ist, auch "gegenständlich"? Imagination, per Vorstellung, ja..)

  • #22

    Reinhard Herrmann (Donnerstag, 16 Februar 2017 14:32)

    Hallo Willi, Hallo Wolfgang,
    danke für Eure hochinteressanten Beiträge. Sie machen deutlich, dass Ihr Euch seit Jahrzehnten mit dieser Thematik tiefgründig auseinander setzt und nie aufgehört habt, weiter zu suchen. Solche Menschen faszinieren mich. Ich wünschte, es gäbe mehr davon.

    Zu einigen angesprochenen Fragen: Gott hat zwei Aspekte (wie in meinem Buch beschrieben). SEIN und BEWUSSTSEIN. Die Schöpfung (also auch wir Menschen) stammen aus dem schöpferischen Teil (Bewusstsein). Sein erschafft nicht, SEIN IST. Insofern ist meine Beschreibung "reines" SEIN nur eine Erhöhung der Bedeutung von SEIN, um auch diejenigen ins Boot der Erkenntnis zu holen, die mit dem Begriff SEIN schon ihre Schwierigkeiten haben. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff Kern-Fraktal (hatte ich schon beschrieben) - eine Erhöhung von "Fraktal" als Teil des Kerns allen Bewusstseins.

    Den Begriff Gott empfehle ich zu "behalten", weil er weltgeläufig ist und schlussendlich in der Individualität des einzelnen ein differenziertes Bild entwirft, mit dem jeder Mensch für sich etwas anfangen, das er benutzen kann. Diese Bilder sehen unterschiedlich aus, keines ist deckungsgleich mit dem anderen. Auch die Bilder von Gott, die jeder von uns dreien hat, sind - wenn auch nur in Nuancen - anders. Das ist gut so, weil es den Wert von Vielfalt unterstreicht.

    Unser Verstand als Werkzeug der Seele ist damit überfordert, in Gott etwas anderes zu sehen, als eine Person. Das sollte man ihm nicht vorwerfen. Er kann nicht anders, weil er das Produkt dieser irdischen Welt ist und keine Vorstellung von dem hat, was ausserhalb davon real existiert. Er kennt Bewusstsein nur als Bewohner in einem Menschen, also projiziert er höheres Bewusstsein in einen Übermenschen hinter den Wolken. Wollen wir uns den wahren Hintergründen nähern, geht es ausschließlich nur durch intuitive Kommunikation mit dem Unterbewusstsein. Bilder und Emotionen, die von da erscheinen, übersetzt der Verstand in fassbare Begrifflichkeit. Hat man ihn soweit konditioniert, ist er auch bereit, diese neue Erkenntnisstufe anzunehmen und damit zu arbeiten.

    Bitte lasst uns in den oberen Blog wechseln.

  • #23

    Willi (Montag, 13 März 2017 22:55)

    13. März 2017
    Es gibt kaum etwas Anspruchsvolleres, als über Gott zu reden, zu schreiben. Ich habe keinen Gottesbegriff, höchstens ein karges Wort dafür. Wer das Wort "Gott" spricht, verwendet, hat unmittelbar ein Bild von ihm. Er hat dieses Bild "erhalten", als eine mögliche Folge der Erziehung. Wenn ich Gott als Person sehe, dann muss ich ihn gesehen haben, äusserlich, wie ich Menschen als Personen wahrnehme. Im Wort "Person" steckt auch "hören“. Ich habe Gott noch nie gesehen, habe jedoch in meiner Kindheit ein Bild erhalten, wie es auch in den Kirchen vermittelt wird. Dieses Gottesbild kann Angst und Zwänge verursachen, bewusste und unbewusste. Dieses Gottesbild hat eine Unzahl von Attributen erhalten: liebender, strafender, allmächtiger, himmlischer, grosser, ... Ich habe heute kein Gottesbild mehr, weil ich das verführerische Wort "Gott" nicht mehr in meinem Vokabular habe. Ich fühle mich wie nie zuvor dem Geist verbunden.
    Sinnvoll scheint mir, mit dem Wort "Gott zwar zu "arbeiten", ihm jedoch eine andere Qualität zu verleihen, als es üblich ist. Ich erwähne kurz, was ich den vergangen Wochen, während denen ich mich mit dem Thema vertieft befasst habe, von einem Theologen gelesen habe. Er schreibt: „Gott hat vier Willen“!
    Möglichkeiten der Qualität: Gott ist Sein; Gott ist Geist; Gott ist absoluter Geist, Gott ist Eins, Gott IST. Es sollte eine unserer Aufgaben sein, „Gott“ nur jene Qualität zu verleihen, die ihn möglicherweise am besten spiegelt. (Ich für mich kenne, sehe, höre „Gott“ nicht und setze „Geist“).

  • #24

    Reinhard Herrmann (Dienstag, 14 März 2017 22:19)

    Hallo Willi,
    danke für Deinen Beitrag. Ich teile Deine Ansicht über Gott. Geist ist alles, was existiert. Beispiel Mensch. Auf den ersten Blick verwundert es, wenn man Fleisch das Attribut "Geist" zuschreibt. Aber Fleisch besteht aus Zellen (100 Billionen hat ein menschlicher Körper). Zellen sind das Ergebnis des intelligenten Zusammenspiels von Atomen (10 hoch 28) und Atome sind reine Schwingungsmuster und Ausdruck der Intelligenz ihres Fraktals. Mich erstaunt, dass trotz der hohen menschlichen Intelligenz das kosmische Zusammenspiel, aus dem Sternsysteme und Menschen hervorgegangen sind, nicht zum Hauptthema für die Gesundung der menschlichen Gesellschaft gemacht wird.
    RH

  • #25

    Willi (Dienstag, 14 März 2017 23:23)

    Lieber Reinhard, mich verwundert wenig. Seit ich mit vielleicht Hunderten Freunden auf Facebook über Fragen wie „Gott“, Geist, Unbewusstes, und Ähnliches diskutiere, stelle ich fest, dass bei vielen dieser Freunde ein hohes Bewusstsein des Mangels an Prozess Fähigem vorhanden ist. Es zeigt sich, dass Menschen zu sehr in dem verharren, was ihnen beigebracht worden ist. Bei vielen entsteht so etwas wie Ohnmacht: sie spüren, sie erfahren, erleben, dass sie nicht einordnen können, warum sie in der Entwicklung stehen geblieben sind. Unsere Aufgabe könnte sein - und ich habe es bei einigen wenigen versucht -,einfache Wege zu entwickeln, an denen sie sich halten könnten, um danach weiter zu kommen. Sie leben ihr Leben bis jetzt nach einem übernommen und nicht selbst erfahrenem oder entwickelten Weg.

  • #26

    Reinhard Herrmann (Mittwoch, 15 März 2017 00:21)

    Lieber Willi,
    nehmen wir diese Aufgabe an und nutzen die Spielräume, die uns gegeben werden. Ich bin bereit dafür und freue mich auf jeden Mitstreiter für ein Leben ohne äußere Zwänge. Menschliche Zellen wurden durch alte Erfahrungen über viele Jahrhunderte programmiert und enthalten die von außen implementierten Ängste. Aber Programme kann man neu schreiben.
    RH

  • #27

    Willi (Mittwoch, 15 März 2017 00:32)

    Hallo Reinhard, das freut mich. Eine Erfahrung mit meinem Nachbarn: Ich habe gestern (14-03-2017) Abend einen meiner Nachbarn angesprochen, der im Kirchenrat sitzt, und ihn gefragt, welche möglichen Veränderungen, Wandlungen im Denken und Handeln er wahrnehme. Der gute Mann ist jetzt dort, wo er schon einmal war. Nun zu deinem neuen Programm (Paradigma): Dessen Ziel müsste wohl das Abrücken von der dualen Denkweise beinhalten. Es ist machbar und auch Verpflichtung. Kleinste Schritte sind angesagt, als würde das Kind das Gehen lernen.
    WS

  • #28

    Reinhard Herrmann (Mittwoch, 15 März 2017 00:55)

    Um große Berge zu ersteigen, muss man zunächst erlernen, kleinen Schritten die richtige Richtung zu geben.
    RH

  • #29

    W.Hoebelt (Mittwoch, 15 März 2017 23:44)

    Hallo,
    Ich möchte nicht Euer Gespräch stören aber etwas dazu beitragen.
    Zur Welt- und Selbstbild-Bereicherung des Menschen gehört meiner Erfahrung nach nicht nur die Vereinheitlichung mit all den Geschehensregeln des Mikro- und Makrokosmos. Wenn Menschen mit den Anforderungen ihrer sozialen Gemeinschaft fertig werden sollen, brauchen sie ein Bild ihres in die übergreifende Einheit Einbezogenseins, welches die Sonderheit ihres Seins erkennbar macht. Das ist nicht nur die Dualität Körper / Geist sondern auch das, was Du Reinhard Emotionalität nennst. Ein besonderes Verstehen dessen, was unsere Gefühle sind und was sie uns vermitteln gehört dazu.
    Wir haben nicht nur Wahrnehmungen kognitiv zu verarbeiten, Materiales in seinen Verbindungen und Veränderungen durch Verständnis deren basierender Eigenschaften geistig und verhaltenspraktisch zu beeinflussen, sondern wir müssen und tun auch etwas mehr. Dieses 'mehr' -von dem wir zumeist nichts wahrnehmen- ist mit Emotionalität / Gefühlen verbunden. Die Schwierigkeit sie zu steuern / zu gestalten ist unsere besondere -auch soziale - Schwäche.
    Mit diesem Problem ist nicht nur Bewusstsein und Wahrnehmung auf einer Ebene geistigen Erfassens verbunden, sondern Intention, Inspiration und seelische Kraft spielen hier die Hauptrolle. Das Ergreifen dieser Gestaltungskräfte scheint nur 'Gott' möglich. Wir müssen ein Bild von uns und allem Sein bekommen, das uns nicht nur in eine Seins-Einheit sondern auch in deren Veränderungs- und Wandlungseinheit einbezieht. Kein Moment des Seienden kann ohne Energetisches, Geistiges und Wandelndes dem Nicht-Sein gegenübertreten. Ein Bild von dieser uns übergreifenden Ganzheit gilt es zu erschaffen. Wie lange werden wir daran noch werken?
    Ein kleines Abbild sehe ich in unseren 'Köpfen', in deren Gehirnen und dem Zusammenspiel der dort aufgegliederten neuralen Verbindungen. Wie ich das 'sehe', darüber kann man mal berichten. Jetzt bin ich auf Eure Reaktion neugierig.
    Herzliche Grüsse
    Wh.

  • #30

    r (Sonntag, 19 März 2017 22:45)

    Lieber Wolfgang,
    für all das ist nun mal ein Paradigmenwechsel nötig. Den kann ich nirgends erkennen. Gerne möchte ich dazu meinen Beitrag leisten, aber ich werde nicht sein, wie Don Quijote!
    RH